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20.09.2019 | Norbert Krautz

Beit Jala eine Gemeinde im ständigen Umbruch

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Die Christen sind eine eher weiter schrumpfende Minderheit von, auf Palästina bezogen, nur noch 1%. Beit Jala und seine zwei Nachbarorte sind durch die Mauer von der Außenwelt und dem nur 8km entfernten Jerusalem abgeschnitten. Junge Menschen, die z. B. in der Schule Talitha Kumi eine sehr gute Bildung erfahren, verlassen aus Perspektivlosigkeit das Land. Priester werden im angegliederten Priesterseminar des Lateinischen Patriarchats in ansehnlicher Zahl ausgebildet, die Ortspfarrer durften zuletzt aber immer nur wenige Jahre bleiben, bevor sie versetzt wurden. Und dennoch geben sich die Menschen alle erdenkliche Mühe, sich für ein friedliches, menschenwürdiges Zusammenleben einzusetzen.

Die Pfarrgemeinde selbst sorgt sich um bedürftige Menschen, auch mit den Spendengeldern aus Deutschland, für Bildung, für Kranke, für Kinder die ohne diese Fürsorge auf der Straße und damit oft in den Händen der Extremisten landen würden. Die örtlichen Pfadfinder (scouts) geben vielen Kindern und Jugendlichen eine Heimat.

Seit mehr als 60 Jahren behandelt das Caritas Baby Hospital Kinder aus Bethlehem und Umgebung. „Als einziges ausschließlich pädiatrisches Krankenhaus ist es eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung im Westjordanland. Jedes Jahr werden im Caritas Baby Hospital rund 50'000 Kinder behandelt, der Grossteil davon ambulant. Seit der Gründung durch Pater Ernst Schnydrig gehört es zu unserer Mission, dass jedes Kind behandelt wird, unabhängig des sozialen und religiösen Hintergrunds der Familie. Das Motto «Wir sind da» ist Auftrag und Verpflichtung unserer täglichen Arbeit. Im Geburtsort Jesu sind wir unverzichtbare Anlaufstelle für kranke Kinder und ihre Familien. Wir leisten als großer Arbeitgeber aber auch einen Beitrag zur Stärkung der christlichen Präsenz in Palästina.“ *

In der von französischen Ordensschwestern getragenen Crèche werden ausgesetzte Babys bis zum sechsten Lebensjahr großgezogen, danach werden sie auf andere Heime oder Pflegefamilien verteilt. Sie bleiben aber immer formal nicht existent und damit in gewisser Weise hoffnungslos. Dort betrachtet man es schon als Fortschritt, dass Babys nicht mehr irgendwo am Straßenrand ausgesetzt, sondern vor der Crèche abgelegt werden.

Während wir in unseren Breiten uns derzeit gefühlt hauptsächlich Gedanken machen über Umbrüche in Strukturen, Verwaltungsabläufen und bürokratischen Anforderungen, stellt man dort ganz nach dem Vorbild Jesu vor allem die Schwachen und damit Ihn selbst in den Mittelpunkt und kümmert sich um diese Menschen. Das drückte sich auch wieder in einer unglaublichen Gastfreundschaft unserer dortigen Freunde aus

In den Tagen zuvor konnten wir bei unserer Rundreise zahlreiche Urstätten unseres Glaubens besuchen. Der Berg der Seligpreisungen. In Tabgha eine wunderschöne Hl. Messe direkt am Ufer des See Genezareth und ein beeindruckendes Gespräch mit Bruder Jonas. Ein Kibbuzbewohner, der uns sehr authentisch die Grundidee dieser Lebensform näherbrachte. Die Verkündigungskirche in Nazareth mit ihrer beeindruckenden Fassade. Die wuchtige Kirche auf dem Berg Tabor nach einer abenteuerlichen Taxifahrt. Alleine Jerusalem könnte eine Woche füllen – der Ölberg mit der Vater-unser-Kirche, Dominus flevit, wo wir einen Wortgottesdienst im Freien feiern konnten, der Garten Getsemane, die Via Dolorosa hinauf bis zur Grabeskirche mit ihrem unvergleichlichen Getümmel der verschiedenen Konfessionen. Die Gebetsmauer oder Western Wall als höchstes jüdisches Heiligtum und das Jüdische Viertel. Die Dormitio-Abtei auf dem Berg Zion, wo wir mit Bruder Elias die Vesper feiern durften. Ein Besuch auf dem Tempelberg mit den islamischen Heiligtümern der Al-Aqsa-Moschee und dem prächtigen Felsendom mit seiner goldenen Kuppel.

Die quirlige Geschäftigkeit der Suks. Aber auch Yad VaShem, das uns mahnend an eines der düstersten Kapitel unserer Geschichte erinnert. Nie wieder!

Zur Reise gehörten aber auch Besuche an historischen Stätten wie Masada und Qumran, Jericho, Nablus und Ramallah mit dem Grabmal von Arafat. Ein Bad im oder eher auf dem Toten Meer, und schließlich die Tage in Beit Jala, mit Besuchen in Bethlehem und bei den Holzschnitzern, die die hier so beliebten Olivenholzschnitzereien fertigen.

Shukran - Danke an alle, die die Reise vorbereiteten und begleiteten, und an alle, die uns vor Ort wie Freunde empfingen!

Selbstverständlich soll die Patenschaft fortgeführt werden. Wer aus unseren Gemeinden Interesse hat, dabei mitzuwirken, kann sich gerne bei Birgit Schroers melden, Tel. 02234 76657     

* Quelle: Caritas Baby Hospital, Pressereferentin Livia Leykauf

 


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 Info Babyhospital

 Info Waisenhaus La Creche

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Weitere Bilder

Infoblatt Baby Hospital Bethlehem /Foto: Meinrad Schade Reisegruppe im Priesterseminar / Foto: Dagmar Mayer
Reisegruppe am Felsendom / Foto: Dagmar Mayer Die trennende Mauer / Foto: Norbert Krautz Festmesse 30 Jahre Patenschaft mit St. Mary / Foto: Norbert Krautz
Kirchturm St. Mary in Beit Jala / Foto: Norbert Krautz
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