Aktuelles
Willkommen
St. Marien
Gottesdienste
Kindergarten
Bücherei
Caritas
Gruppen
Termine
Pfarrzentrum
Publikationen
Links
Kontakt


23.04.2015 | Birgit Schroers

Patenschaftsprojekt Beit Jala

Logo der Patenschaft
  Klick um Bild zu vergrößern

Rückblick auf 25 Jahre

 

Im Herbst 1987 fand eine Pilgerreise unserer Pfarrgemeinde ins Heilige Land statt.

Frau Rennhofer als Organisatorin dieser Reise hatte das Programm zusammengestellt, bei dem es nicht nur um die Sehenswürdigkeiten ging, sondern auch darum, etwas über die Menschen und ihre Lebensumstände in diesem Land zu erfahren.

In diesem Zusammenhang fand ein Gespräch mit Bruder Markus statt, der in der Dormito-Abtei auf dem Zion seinen Dienst versah. Er erzählte uns von den Schwierigkeiten der palästinensischen Christen.

 

Damals kannte man den Begriff „Intifada“ noch nicht. Diese begann erst ein paar Wochen nach unserer Rückkehr. Die Situation verschärfte sich drastisch.

Durch die Medien aufmerksam geworden, bemühten sich Frau Rennhofer und Pfarrer Fischer mit den zuständigen Gremien ( Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand ) um eine Kontaktadresse im Heiligen Land und die Möglichkeit einer Patenschaft.

Durch die Vermittlung von Bruder Markus und dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Michael Sabbah, erhielt unsere Gemeinde im September 1988 die Anschrift der katholischen Gemeinde St. Marien in Beit Jala und deren Pfarrer Reverend Abdel-Nour.

Es folgte ein reger Briefwechsel.

 

Ostern 1989 flog eine Gruppe junger Erwachsener unter der Leitung des kath. Jugendamtes Köln zu einer Rundreise ins Heilige Land. An dieser Fahrt nahmen auch vier junge Erwachsene aus unserer Gemeinde teil. Sie wurde gebeten, persönlichen Kontakt zu Reverend Abdel-Nour und seiner Gemeinde herzustellen.

Sie besuchten die Gemeinde und baten um Informationen über die Gemeinde und über Hilfsangebote.

Von Anfang an legte Reverend Abdel-Nour großen Wert darauf, dass man versuchen müsse, „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben. Er wollte seine Gemeinde nicht zum Almosenempfänger machen, sondern ihr die Möglichkeit geben, mit unserer Hilfe aktiv ihre Lebensumstände zu gestalten.

So war die erste Aktion der Verkauf von Olivenholzprodukten.

Der Absatz war im Land selber rapide eingebrochen, da aufgrund der Unruhen und Aufstände die Pilgerzahlen deutlich zurückgegangen waren, und so suchte man neue Absatzmärkte für die Produkte. Durch Spendengelder aus unserer Gemeinde wurden einige Strickmaschinen gekauft, um den kinderreichen Familien Möglichkeiten zu geben, sich in Heimarbeit etwas dazu zu verdienen.

 

Zeitgleich fanden sich einige Mitglieder der Gemeinde  (der Beit Jala Kreis) zusammen, um eben diese Patenschaft zu unterstützen, in der Gemeinde bekanntzumachen und sich für die Belange der Menschen dort einzusetzen. Es ist in der Gruppe immer wieder zu Wechseln gekommen, und wir möchten an dieser Stelle allen ehemaligen und jetzigen Aktiven für ihren Einsatz danken.

 

Aber ohne die ganzen Helfer, die sich immer wieder für Aktionen zur Verfügung gestellt haben und ohne die fleißigen Spender hätten wir nichts bewirken können. Danke für ihre tatkräftige Unterstützung über all die Jahre.

 

Die politischen Realitäten in Israel / Palästina lassen die Hilfe immer nötiger werden. Leider ist von der Idee „Hilfe zur Selbsthilfe“ nicht mehr viel übrig geblieben. Viele gute Ansätze scheitern an den Lebensumständen. Unsere Hilfe dient schon seit längerem dazu, eine dringend notwendige Grundversorgung zu decken, durch die einigen Familien erst ein Leben ( Überleben ) möglich wird. So wurde auch in diesem Jahr wieder ein Teil des Pfarrfesterlöses für diesen Zweck zur Verfügung gestellt.

 

Das soziale Netz greift nicht für die Bewohner der besetzten Gebiete, und als Christ ist man der zweifachen Auseinandersetzung ausgesetzt. Für die Israelis ist man Palästinenser und für den Palästinenser ist man Christ. Und zwischen zwei Stühlen hat noch nie jemand bequem gesessen.

 

Das Leben im „Heiligen Land“ ist geprägt von einer großen Zerrissenheit auf beiden Seiten.

Dazu eine kleine Geschichte:

 

Ach Eli ! Erinnerst Du Dich? Es war noch sehr früh, kurz nach 6.00 Uhr morgens. Bleich warst Du, und zittrig erzähltest Du von dem achtjährigen Jungen, den Du in Jericho mit einer Kugel getroffen hast. Gerannt bist Du, hast ihn in Deinen Jeep gepackt und bist mit ihm ins Krankenhaus gerast. Er wird irgendwie überleben. Und Du? - Du tauschst in zwei Stunden Deine verschwitze Uniform gegen den Talar eines Rechtsanwalts und verteidigst vor Deinen Gerichten palästinensiche Jugendliche, die Deine Brüder festgenommen haben.

Irgendwann, sagtest Du, kommt der Tag oder die Nacht, in der keiner mehr weiß, ob in diesem Irren-Land die wenigen, die noch normal geblieben sind, eingesperrt sind und als verrückt gelten oder umgekehrt. Es lebet sich fast nirgends so sicher wie in einem Irrenhaus, hast Du gesagt und geweint.

 

Wer die Medienberichte verfolgt, der mag so manches Mal den Eindruck haben, es handele sich um Geschichten aus einem Irrenhaus.

Vieles ist für uns nicht nachvollziehbar, und wir neigen dazu, radikal Stellung beziehen zu wollen für die eine oder andere Seite, doch das hieße nur Öl ins Feuer gießen.

Wir unterstützen die Menschen dort und versuchen, ihre Lebensumstände, ihren Alltag erträglich zu machen.

Unsere Solidarität bedeutet den Menschen in unserer Patengemeinde oft noch mehr als unsere Spenden. Sie wissen sich nicht alleingelassen.

 

In diesem Jahr feiern wir 25jähriges Bestehen dieser Patenschaft. Abuna Jacoub (Referend Abdel Nour) kann dies leider nicht mehr miterleben, da er vor sieben Jahren verstorben ist.

Sein jetziger Nachfolger,  Abuna Ibrahim Shomali, hofft auf eine Begegnung mit und bei uns noch in diesem Sommer.

 

Sollte Sie Fragen haben oder sich für die Arbeit des Beit Jala Kreises interessieren, so können Sie jeden von uns ansprechen. Wir erzählen Ihnen gerne von unseren Erlebnissen und Erfahrungen.

 

 

Der Beit Jala Kreis:

 

Günter Förster

Traute Gernoth

Gabriele Grimm

Gertrud Lucas

Christa Klein

Christel Rennhofer

Birgit Schroers

Marlene Wolf

 


Weitere Bilder

Gruppe aus Beit Jala beim Weltjugendtag 2005
Weitere Artikel

kfd St. Marien Weiden
(Artikel vom 06.07.2018)

Der Ortsausschuss setzt seine Arbeit fort
(Artikel vom 15.02.2018)

Das älteste Gebäude von Köln-Weiden
(Artikel vom 15.04.2017)

Bauverein St. Marien
(Artikel vom 31.01.2017)

Kirchenvorstand 2015-2018
(Artikel vom 11.12.2015)

Pfarrverein zur Förderung der Üsdorfer Kapelle
(Artikel vom 28.05.2015)

Über Beit Jala
(Artikel vom 23.04.2015)

Aktive Jugend
(Artikel vom 14.02.2015)

Pfarrbesuchsdienst
(Artikel vom 03.02.2009)

Förderverein Üsdorfer Kapelle
(Artikel vom 28.01.2006)

Passend im Archiv

Weihnachten in Bethlehem 2010
(Artikel vom 25.12.2010)

  © Kath. Kirchengemeinde St. Marien | Impressum