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23.04.2015 | Birgit Schroers

Über Beit Jala

Blick auf Beit Jala
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Zwei Kilometer von Bethlehem entfernt liegt Beit Jala. Der aramäische Name dieser

alten kanaanitischen Stadt bedeutet „Grasteppich“. In der griechischen Ausgabe

des Buches Joshua heißt der Ort „Galem“. Außerdem gibt es noch die Theorie, dass es sich bei der Stadt um „Giloh“ handelt.

An diesem Ort wurde Ahitophel, ein Vertrauter des Königs David, geboren.

Die Stadt liegt an einem Hang voller Olivenbäume und Weinfelder. Sehr beliebt sind

die gut schmeckenden Aprikosen, die dort angebaut werden.

 

Auch ist die Stadt berühmt für ihre Steinmetze. Viele von ihnen hinterließen ihre

Spuren auf Gebäuden und Grabsteinen in Jerusalem und Bethlehem.

In dieser christlichen Stadt gibt es viele Touristenattraktionen, die einen Besuch

wert sind, z.B. befinden sich viele Kirchen dort.

Die berühmteste ist die des Mar Nichola (St.Nicholas) mit ihrem quadratischen Turm

und der leuchtenden Kuppel. Ebenfalls interessant ist die Jungfrauenkirche.

Beide Gotteshäuser gehören zur griechisch-orthodoxen Kirche und befinden sich im

Stadtzentrum. Die Mar Nichola Kirche wurde auf der alten Höhle errichtet, in der

St.Nicholas wohnte, der aus Kappadozien in Kleinasien kam.

 

Das lateinische Patriarchat besitzt in der Nähe des al-Manshia-Platzes eine Klosteranlage mit einer Pfarrschule und einer weiterführenden Schule, die von den Schwestern des Rosenkranzordens geleitet werden. Des Weiteren befindet sich dort ein Priesterseminar (Bild 1) und das Institut für theologische Studien, eine Zweigstelle der Lateinischen Universität in Rom. Das Priesterseminar wurde im Jahre 1848 gegründet. Die jetzige Klosteranlage wurde 1930 erbaut. Durch umfassende Erweiterungsarbeiten am Gebäude konnte ein Priesterseminar für Anfänger und Fortgeschrittene eingerichtet werden. In den Jahren 1848 bis 1997 wurden in diesem Seminar 250 Priester ausgebildet, von denen 85 noch in den ansässigen Pfarreien tätig sind. Die Vorbereitung auf das Priesteramt dauert im Fortgeschrittenen-Seminar sieben Jahre und umfasst das Studium der Philosophie und Theologie.

 

Weiter oben auf dem Hügel entlang der Jungfrauenstraße (Virgin Street) befindet sich die Kirche der Lutheraner mit angegliedertem Internat für sozial schwache Jugendliche und einem Pilgerhospiz, der Abrahamsherberge. (Bild 2+3)

 

In einem alten arabischen Herrenhaus wurde diese wundervolle Unterkunft eingerichtet. Das Haus hat sich der friedlichen Koexistenz sowohl der Religionen, als auch der Völker im Heiligen Land verschrieben und ist als Begegnungszentrum allzeit aktiv.

 

In der Nachbarschaft befinden sich eine Moschee und ein arabisch-orthodoxer

Klub. Dieser gleicht einem kleinen Freizeitpark mit Biergarten, soweit man solche

Vergleiche ziehen kann. Nachdem man durch die Hoftüre ins Innere gelang ist, sieht man ein paar einfach Spielgeräte für Kinder, einen Raum mit Billard und Flipper für

Jugendliche und einen großen Innenhof mit einfachen Plastiktischen und Stühlen. An einem Ende befindet sich eine Art Bühne und an der anderen Seite eine Art Theke.

2006 gab es eine riesengroße Leinwand, und ich glaube, das ganze Dorf (vom Säugling bis zum Greis) traf sich dort, um die Fußballweltmeisterschaft zu schauen. Dass dabei die Fahnen der unterschiedlichsten Fußballnationen geschwenkt wurden, störte keinen, und wenn eine Mannschaft nicht mehr dabei war, wechselte man eben die Fahne auf eine der Nationen, die noch im Spiel waren.

Eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Beit Jalis ist das Bingospiel. Auch dieses findet im Kollektiv statt, man unterscheidet dabei aber zwischen Frauenabenden und Familienveranstaltungen.

 

Wenn man die Stadt entlang der ash-Sharafah-Straße durchquert, führt auf der Spitze des Hügels eine Straße rechts nach Cremisan. Dort leiten salesianische Patres ein evangelisches Seminar. Das Kloster von Cremisan ist bekannt für seinen Wein.

Auf der Spitze des Hügels befindet sich das Everest-Besuchszentrum mit einem

phantastischen Blick über den größten Teil Jerusalems. Zur Rechten führt eine Straße zur Talitha Kumi-Schule.

 

Seit dem Mauerbau hat sich vieles zum Nachteil verändert. Eine Menge Olivenbäume wurden einfach abgeholzt und Gärten der einheimischen Bevölkerung enteignet, weil die Mauer mitten durchläuft. Familien werden getrennt, die Mauer durchschneidet das tägliche Leben, trennt was einst zusammen gehörte und macht einiges schwieriger und vieles unmöglich.

 

Das Kloster Cremisan wird bald zu Jerusalem gehören, und die Mauer verläuft dann an den Gärten des Klosters vorbei. Die Menschen von Beit Jala können dann nicht mehr dorthin. Sie müssten zum einen zu einem der Checkpoints (Bild 4 + 5) und zum anderen bräuchten sie auch eine Genehmigung (permission), und diese gibt es nicht so einfach, wenn überhaupt.  Ebenso ist es für die Schüler Talitha Kumis oft unmöglich, zur Schule zu kommen, da die Straßenzufahrt willkürlich geschlossen wird. Doch Beit Jala wäre nicht Beit Jala, wenn man nicht dafür auch eine Lösung gefunden hätte. Man hat auf der rückwärtigen Hügelseite einen Feldweg zur Straße ausgebaut und die hintere Mauer des Schulgeländes durchgebrochen und einen zweiten Zugang geschaffen. Oft sieht man nun des Morgens zu Schulbeginn einen Korso von Autos, die vor dem Tor jede Menge Schüler aussteigen lassen.

 

Seit 1960 hat Beit Jala auch eine Arabische Gesellschaft für Rehabilitation Bethlehem, die ein Heim eingerichtet hat. Heute werden dort verschiedene Rehabilitationsformen angeboten: Von der Intensivpflege bis zur umfassenden

Rehabilitation von Behinderten.

 

 

Fotos: Norbert Krautz

 


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 Weitere Informationen zu Beit Jala

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Fenster im Priesterseminar Abrahams Herberge Abrahams Herberge (Symbol)
Checkpoint in Bethlehem Checkpoint in Bethlehem
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